
Buchtipps — „Mein Lieblingsbuch“
Genau genommen gibt es das perfekte Vorlesebuch nicht. Es gibt unendlich viele. Ein Buch, die in ihm festgehaltene Geschichte und die richtige Atmosphäre spielen beim Vorlesen zusammen und kreieren eine magische Vorlesestunde. Man erkennt eine solche daran, dass sich Kinder und Vorlesende so wohlfühlen, dass sie in die Welt der Bücher abtauchen und sich „mit allen Sinnen“ dem Abenteuer Vorlesen widmen können. Jede Vorlesesituation ist dabei so anders, wie es jede Vorleserin und jeder Vorleser, aber auch jedes zuhörende Kind ist. Und schnell findet man ein ganz persönliches Lieblingsbuch...
Hier verraten aktive und erfahrene Vorleser, welches Buch sie aus ihrer Vorlesepraxis für junge Zuhörer bis 12 Jahren als ihr „Lieblingsbuch“ weiterempfehlen:
(Schicken Sie uns hier gerne auch Ihre persönliche Vorlese-Empfehlung.)
Lucia Werder, Bibliothekarin aus Göppingen empfiehlt:
Jon Blake / Axel Scheffler
He Duda
Beltz & Gelberg, 1999
„Ein Buch, das auch den "großen" Vorlesern immer wieder Spaß macht. Das Leben von He Duda ist voller Fragen: Er weiß nicht mal, was und wer er ist. Er weiß nicht, wo er wohnen und was er essen soll. Und er weiß nicht, warum er so große Füße hat. Doch auf alles findet sich eine Antwort. Ein wunderbar komisches Bilderbuch mit wundervollen Illustrationen von Axel Scheffler.“
Petra Dünges, Übersetzerin von Kinderbüchern aus dem Arabischen, Saarbrücken, empfiehlt:
Walid Taher
Mein neuer Freund, der Mond
deutsch / arabisch
Edition Orient, 2004
„Dieses schöne zweisprachige Bilderbuch handelt von einem kleinen Jungen, der abends mit dem Fahrrad allein nach Hause fährt und sich sehr darüber freut, dass er vom Mond scheinbar auf seinem Weg begleitet wird. Es wurde 2001 mit dem zweiten Preis des Suzanne Mubarak Wettbewerbs für Kinderliteratur ausgezeichnet. Dieser Preis wird von der Gattin des ägyptischen Präsidenten verliehen, die sich sehr für Leseförderung einsetzt.“
Carmen Stürzel, Gründerin und Projektleiterin von „Lesewelt e.V.“ aus Berlin, empfiehlt:
Eric Carle
Von Kopf bis Fuß
Gerstenberg Verlag 2000
„In diesem Buch werden verschiedene Tiere vorgestellt, die zeigen, welche Bewegungen sie machen können. Die Kinder turnen diese dann mit Begeisterung nach. Von Kopf bis Fuß enthält wenig Text, aber dafür viele Wiederholungen, die sich Kinder gut merken können. Das Buch empfiehlt sich für kleinere Kinder und ist auch für Kinder mit geringeren Deutschkenntnissen geeignet. Mir gefällt das Buch, da es einfache, große Bilder enthält und dem Bewegungsdrang der Kinder entgegenkommt.“
Hildegard Ulrich, Vorleserin aus Norden, empfiehlt:
Barbara Kindermann / Klaus Ensikat
Faust
Kindermann Verlag 2002 (ab 7 J.)
„Ein Buch voller Magie und Einfühlungsvermögen, Spannung und mit herausragend schönen Illustrationen — Weltliteratur für Kinder!!“
Rotraut Berner / Edmund Jacoby
Dunkel war’s, der Mond schien helle
Gerstenberg Verlag 1999 (ab 5 J.)
„Die Verse, Reime und Gedichte sind ein Leckerbissen für Jung und Alt aus den Bereichen Natur, Tiere, Liebe, Nachdenkliches, Spielerisches, Sprachmusikalisches von Ringelnatz und Morgenstern über Christine Nöstlinger, Robert Gernhardt und und und...“
Jan Schaffrath, Journalist aus Berlin, empfiehlt:
Jörg Hilbert
Koks der Drache
Terzio Verlag 2005 (ab 6 Jahre)
160 Seiten gebunden mit über 50 Bildern
Koks, der Drache mit der Feuerzeugnase, freut sich auf seinen 6000. Geburtstag, endlich wird er eingeschult. Der Schulbesuch wird ein wenig von Frau Steinerweich, Nachbarin und Lehrerin zugleich, getrübt. Rettenderweise klettert Koks winziger Vater aus der Schultasche. Ein „heißes“ Buch mit Sinn für Witz und Phantasie. Über 50 liebevoll gestaltete Schwarz-Weiß-Zeichnungen laden große und kleine Lesedrachen zum abendlichen Lesen oder Vorlesen ein.
Michael Lezius, der „Märchenvorleser von Wolfhagen“, empfiehlt:
Astrid Lindgren
Mehr von Michel aus Lönneberga
Oetinger 1981
„Selbst ich kann meine Lachmuskeln nicht beherrschen!“
Leo Lionni
Frederick
Middelhauve 1998
„Ein Klassiker — für alle Temperamente.“
Monica Nevermann, Vorleserin aus Hamburg, empfiehlt:
Olga Lecaye
Didi Bonbon
Moritz Verlag 1995
Gudrun Mebs
Und wieder schreit der Frieder: „Oma!“
Carlsen 2002
Helga Wolf, Märchenerzählerin aus München, empfiehlt:
Catrin Frischer
Das Märchenbuch zum Vorlesen
Fischer Taschenbuch Verlag 2003 (ab 6 J.)
„Diese Märchensammlung, die bekannte Klassiker der Brüder Grimm ebenso enthält wie unbekannte Märchenschätze aus anderen Ländern, wurde nach pädagogischen Gesichtspunkten zusammengestellt und bietet dabei größtes Vorlese- und Hörvergnügen für Jung und Alt, für viel oder wenig Zeit — eben für jeden Geschmack. Für mich sind Märchen in allen Lebenslagen und -altern hilfreich, da sie zeigen, dass Hindernisse überwunden werden können, kurz, Märchen machen Mut!“
Linda de Vos, Vorleserin und Bibliothekspädagogin aus Frankfurt am Main, empfiehlt:
Jutta Bauer
Die Königin der Farben
Beltz & Gelberg 1998
„In diesem Bilderbuch geht es um Gefühle: Die Königin ruft ihre Untertanen Blau, Rot und Gelb, die jeweils unterschiedliche Temperamente symbolisieren; am Schluss streiten sie sich nur noch und alles wird grau. Erst durch die Tränen der Königin kommen die ursprünglichen Gefühle und Farben wieder zum Vorschein und spielen miteinander. Daraus haben wir in unserer Bibliothek eine Theateraktion entwickelt: die Kinder spielten die verschiedenen Farben mit bunten Tüchern und versuchten den spezifischen Charakter der Farben durch Bewegung zu erfassen.“
Angelika Glitz und Annette Swoboda
Prinz Franz total verliebt
Thienemann Verlag 2000
„Prinz Franz, ein kurzsichtiges Schaf, das aber seine Brille fast nie trägt, verliebt sich in die natürliche, witzige, aber nicht besonders hübsche und etwas zerzauste Gerda. Vier neidische Schaf-Mädchen wollen ihn auch für sich gewinnen und richten sich deshalb wie sie her. Aber er liebt nur Gerda, heiratet sie und wird mit ihr glücklich.“
Marita Müller, Vorleserin aus Bad Harzburg, empfiehlt:
Achim Bröger
Mein 24. Dezember
Arena 2000 (ab 8 J.)
„Ein kleiner Hund erlebt die Weihnachtsvorbereitungen in seiner Herrchen-Familie und ist irritiert – sehr lustig!“
Wolfram Hänel
Mia die Strandkatze
Nord-Süd-Verlag 1998 (ab 6 J.)
„Miri macht mit ihren Eltern Urlaub am Strand und langweilt sich bald. Zum Glück entdeckt sie eine kleine Katze. Das Mädchen und die Katze freunden sich an. Doch eines Tages ist Mia, das Kätzchen, verschwunden – eine aufregende Suche beginnt...“
Nicole Marcus, Vorleserin aus Halle, empfiehlt:
Gunilla Bergström
Wo bist du, Willi Wiberg?
Oetinger 2003
Cornelia Funke
Leselöwen Dachbodengeschichten
Loewe Verlag 1998 (ab 7 J.)
Deutschland liest vor — lesen Sie mit!